Boom der Online-Supermärkte

…UND WAS MAN BEIM VERSAND BEACHTEN SOLLTE

Ein Raunen geht durch die Republik als die Bundesregierung die “Osterruhe” ausruft. Unser letzter Anker, der Supermarkt soll auch geschlossen werden? So schnell wie die Idee kam, wurde sie auch verworfen. Wir lieben unsere Edekas, Rewes und den Tante Emma Laden von nebenan. Und wir lieben Essen. Daher ist die anfängliche Besorgnis nachvollziehbar. Zu ungern erinnern wir uns an die prallgefüllten Supermärkte vor Feiertagen oder an Brückentagen. Wie sollen wir uns denn noch selbst versorgen, wenn wir nicht mehr in den Laden können? Der Kauf von Kleidung, Möbeln und Elektrogeräten über Onlineshops ist schon lange Bestandteil unserer Gewohnheiten. Und das Bestellen von zubereiteten Speisen eigentlich auch.

Lebensmittel per Klick

Lieferando hat 2020 seinen Umsatz zu 2019 auf 161 Millionen Euro verdoppelt. Dieser Boom wird mit weiteren Lockdowns und Corona Einschränkungen auch sicher weiter steigen. Aber wie verhält es sich mit Online-Supermärkten? Rewe bietet den Onlinekauf von Lebensmittel bereits seit 2011 an. Weitere Ketten haben es ebenfalls versucht, haben aber oft nach einer kürzeren Testphase den Service wieder eingestellt. Die Hindernisse waren meist logistischer Natur und den damit verbundenen Kosten.

Die Deutschen sind einfach Liebhaber des physischen Kaufmannsladen und freuen sich, wenn man die Qualität der Produkte testen und vorab sehen kann. Und das bei einem “FMCG” (Fast Moving Consumer Good). Aber dennoch hat Corona ja vielerseits die Digitalisierung und das “new normal” nach über einem Jahr vorangetrieben. Das heißt, dass nicht nur die Lieferung von fertig zubereiteten Speisen, sondern auch die von frischen Lebensmitteln, immer mehr an Zuwachs gewinnen. So sind die Umsätze des E-Foodmarktes im 3. Quartal 2020 um 50% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Auch weitere Anbieter neben dem Rewe Lieferdienst wagen sich in diesen wachsenden Markt. Kein Wunder, das “new normal” hat uns vorallem bequem gemacht. Einer Studie der TU Berlin zeigt auch deutlich, dass das Infektionsrisiko in Supermärkten weitaus höher ist, als zum Beispiel in einem Museum mit 30% Belegung. Also ist der “Online-Supermarkt” auch im Sinne des Infektionsschutzes eine gute Alternative!

So hoch ist der R-Wert in den jeweiligen Räumen laut einer Studie der TU Berlin.

aber sind online-supermärkte nicht teurer?

Ein klares ja. Aber sollte uns Zeit nicht etwas Wert sein? Die meisten Supermärkte bzw. E-Food Anbieter bieten die Produkte zum Einzelhandelspreis an. Damit sich der Aufwand lohnt, erheben die meisten einen Mindestbestellwert und verlangen eine Liefergebühr bzw. Versandkosten. Diese ist im Übrigen einer der größten Kaufhindernisse bei den Deutschen. In unserem Blogbeitrag 5 E-Commerce Trends für mehr Umsatz kann man die größten Hürden beim Checkout Prozess nachlesen.

Dafür punkten Online-Supermärkte mit Flexibilität. Man kann sich ein Lieferzeitfenster aussuchen, der Supermarkt übernimmt den kompletten Einkauf und bringt alles bis vor die Wohnungstür. Noch bequemer geht es kaum!

Die besten Online-Supermärkte

Laut einer Statista-Erhebung war Amazon Marktführer innerhalb der Onlineanbieter für Lebensmittel und Getränke. Mit einem Umsatz von 274 Millionen Euro überholt amazon.de den Rewe Lieferdienst fast um das doppelte.

An Dritter Stelle dominiert der Wein-Versender Hawesko.de. Kein Wunder, die Deutschen tranken im Coronajahr 2020 fast eine Flasche (0,6 l) mehr pro Kopf als 2019. In Summe sind es 20,7 l pro Jahr und Kopf gewesen.

An vierter Stelle folgt der Onlineversender flaschenpost.de mit 46 Millionen Euro Umsatz. Anders als der Name vermuten lässt, gibt es hier auch Lebensmittel und weitere Angebote für den Haushalt. Der Anbieter versendet jedoch keine Frischware. Dies reduziert den logistischen Aufwand deutlich – vielleicht ein Grund, warum flaschenpost.de auch eine versandkostenfreie Lieferung anbieten kann.

Platz 5 belegt ein Unternehmen, welches wir sicher alle kennen: Bofrost. Bereits seit 1966 liefert Bofrost Tiefkühlkost und Speiseeis. Mit der Belieferung 4,1 Millionen Haushalten in 12 Ländern kann man Bofrost definitiv als Global Player bezeichnen.

Herausforderungen beim lebensmittelversand

Welche Herausforderungen beim “Food aus dem Netz” auftreten, haben wir 2020 bereits erläutert. Entscheidet man sich dazu, Fuß in diesem zukunftsträchtigen Markt zu fassen, sollte man sich neben der Kalkulation und der Infrastruktur auch Gedanken über den Versand machen. Viele Logistikpartner schließen einen Versand von verderblichen Lebensmittel aus. Das hängt damit zusammen, dass sie keine Kühllaster oder -transporter haben und die Laufzeiten teilweise 2 Tage betragen.

Es gibt jedoch trotzdem auch Möglichkeiten, Lebensmittel ohne eigene Flotte zu versenden. Beispiele wie hello fresh machen es vor. Sie verschicken ihre Boxen z.B. über unseren Versandpartner DPD. Mit dem Lebensmittelversand hat man mehrere Möglichkeiten, seine Ware genussvoll an den Empfänger zu bringen. So kann man leicht verderbliche Ware zum Beispiel mit passiver Kühlung (Trockeneis) und einer Expresslieferung schon innerhalb eines Tages an den Empfänger zustellen lassen. Dies eignet sich vorallem für Anbieter, die fertig zusammengestellte Boxen oder – wie zum Beispiel Starkoch Alexander Herrmann – vorbereitete Menüs verschickt. Diese muss man zuhause nur noch aufwärmen und finalisieren.

Aber auch Isoboxen und Trockeneis haben ihre Halbwertszeit. Damit in den Depots oder in den Shops kein Paket tagelang vegetiert, gibt es bei Frischware besondere Klauseln. Ist man am Zustelltag nicht anzutreffen, wird das Paket nicht sinnlos vernichtet, sondern an den nächsten karitativen Partner wie z.B. Die Tafel geliefert.

Zusammenfassend können wir sagen, dass der Lebensmittelversand durchaus seine Tücken hat. Mit der Innovationskraft und der zunehmenden Flexibilität der Versanddienstleister, dürfte aber auch das bald zum Standard werden. Die Marktzahlen sprechen für sich und die Prognosen: Bis zum Jahr 2025 soll der an Online-Lebensmitteln erwirtschaftete Umsatz bei über 7 Mrd. € liegen. Ein Potenzial, dass man sich nicht entgehen lassen sollte!

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Quellen:
https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/lieferdienste-corona-boom-100.html
https://www.oekotest.de/essen-trinken/Lebensmittel-online-bestellen-8-Online-Supermaerkte-im-Vergleich_11194_1.html
https://etailment.de/news/stories/E-Food-E-Food-23316
https://www.falstaff.de/nd/wein-pro-kopf-verbrauch-der-deutschen-2020/
https://www.tagesspiegel.de/wissen/studie-liefert-hinweise-so-hoch-ist-das-infektionsrisiko-in-supermarkt-schule-und-friseur/26900620.html

von Rina Werner

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